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Welche Schmerzmittel helfen am besten gegen Arthrose? Details Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2024
Autoren: Nina Schratt-Peterz & Dr. med. Jörg Zorn
Haupt-Autor des Artikels Insgesamt muss man sagen, dass Schmerzmittel bei Arthrose zwar oft notwendig sind, zumindest zeitweise. Bei dauerhaftem Bedarf ist aber immer zu prüfen, ob wirklich alle Alternativen erwogen und ggf. probiert wurden. Insbesondere die Krankengymnastik und – vor allem an der Hüfte – natürlich auch die Operation, also der Einbau eines künstliches Gelenks. Denn der dauerhafte Gebrauch von Schmerzmitteln ist seinerseits auch mit einigen Risiken und möglichen Nebenwirkungen verbunden. Schmerzmittel bei leichten BeschwerdenIm Anfangsstadium der Arthrose und nur zeitweise auftretenden Beschwerden können folgende Schmerzmittel helfen: Schmerzmittel bei stärkeren BeschwerdenIst die Knorpelabnutzung weiter fortgeschritten, versprechen folgende Medikamente gute Behandlungserfolge: Schmerzmittel bei sehr starken BeschwerdenBei chronischen oder sehr starken Gelenkschmerzen können folgende Mittel zum Einsatz kommen: Wichtig: Oft kann auch eine Kombination mehrerer Wirkstoffklassen zur Arthrose-Behandlung sinnvoll sein, da die Medikamente an unterschiedlichen Orten wirken und sich gegenseitig in ihrer Wirkung unterstützen. Sprechen Sie über die bei Ihnen geeignetste Methode der Schmerzmedikation in jedem Fall mit Ihrem Arzt, weil für die richtige Wahl auch das Wissen um sonstige Gesundheitsprobleme wichtig ist. Schmerzen bei Arthrose: Salben oder Tabletten?Ständig werden wir im Fernsehen und in Zeitschriften mit Werbung für frei verkäufliche Arzneimittel konfrontiert. Insbesondere Schmerzsalben sollen schnelle und anhaltende Beschwerdebesserung bei Gelenk-, Rücken- und Muskelschmerzen bringen. Was ist dran an dem Versprechen? Tag für Tag wandern tausende Salbentuben in deutschen Apotheken über den Ladentisch. Aber helfen die beworbenen Salben tatsächlich dem Schmerzgeplagten? Oder nur den Kassenbüchern der Pharmaunternehmen? Wohltuend ja...Die kühlende oder wärmende Wirkung einer Einreibung empfinden viele Menschen als wohltuend; ganz besonders dann, wenn sie von einer anderen Person durchgeführt wird. Dies scheint tatsächlich die Hauptwirkung mancher Präparate zu sein: Zuwendung und vor allem körperliche Berührung fördern die Freisetzung des Hormons Oxytocin, auch als "Kuschelhormon" bekannt. Oxytocin wirkt schmerzlindernd und entspannend auf unseren Organismus und fördert das Wohlbefinden. Ähnlich verhält es sich, wenn schmerzlindernde Substanzen in Form eines Salbenverbands eingesetzt werden. Man erfährt Zuwendung, der Verband stützt, schützt und entlastet das betroffene Gelenk. Zusätzlich zeigt der Verband dem Umfeld, dass sein Träger verletzt oder krank ist und der Schonung bedarf. ...aber wirklich hilfreich?Verstehen Sie das nicht falsch. Es spricht nichts gegen eine wohltuende Massage oder bei Bedarf einen stützenden Verband. Was auch immer Ihnen guttut, ist bei akuten Schmerzen willkommen. Sie sollten sich in Ihrer Notlage nur nicht von vermeintlich wunderwirkenden Maßnahmen verführen lassen. Kommen wir deshalb einmal ganz nüchtern zu den Fakten. Definitiv gesichert ist die kühlende Wirkung von Schmerzgels. Diese sind auf Alkoholbasis aufgebaut. Alkohol verdunstet in der Umgebungsluft und kühlt durch die so entstehende Verdunstungskälte. Gleichzeitig trocknet der Alkohol aber auch die Haut aus, weshalb Menschen mit Neigung zu trockener Haut überhaupt keine Gels, sondern besser Salben oder Cremes nutzen sollten. Vorsicht vor leeren Versprechungen!Komplizierter gestaltet sich der Nachweis einer Wirkung von anderen als schmerzlindernd deklarierten Salben und Cremes. Schmerzlindernde Inhaltsstoffe sind darin natürlich enthalten. Aber selbst Fachleute stellen sich die Frage, wie die Wirkstoffe "durch die intakte Haut, durch die Kniescheibe und schließlich in der Gelenkkapsel" (Zitat eines Apothekers) wirken können. In Studien schnitten manche Schmerzsalben sogar kaum besser ab als ein Placebopräparat. Kritiker sagen, eine gesicherte Wirkung ist nur zu erzielen, wenn die Wirkstoffe über das Blut an den Ort des Geschehens transportiert werden. Dazu müssen sie jedoch erst einmal ins Blut gelangen. Dies geschieht am besten über die Aufnahme in Form von Tabletten oder Tropfen. Bei Salben und Cremes ist nicht klar, wieviel von dem Wirkstoff tatsächlich im schmerzenden Gelenk ankommt. Probieren Sie es ausLetztendlich gilt aber: Wenn keine Gegenanzeigen vorliegen (zum Beispiel Wunden oder sonstige Hautprobleme im gewünschten Anwendungsbereich, Allergien auf Inhaltsstoffe etc.) – probieren Sie einfach einmal aus, ob Ihnen Schmerzsalben oder Gels Linderung verschaffen. Bei Unklarheiten, welche Produkte individuell für Sie in Frage kommen, lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten. Langfristig keine LösungBei all den vielen Warnungen und Ausrufezeichen sehen Sie, dass die Einnahme von Schmerzmitteln keine Dauerlösung sein kann. Vorübergehend können sie segensreich sein, dürfen allerdings immer nur für einen kurzen Zeitraum eingenommen werden. Wenn Sie dauerhaft Beschwerden haben, sollten Sie zusammen mit Ihrem Arzt über andere Möglichkeiten nachdenken. Krankengymnastische Übungen, eine andere Körperhaltung und eine Gewichtsabnahme zur Entlastung der geschundenen Gelenke können Ihnen nebenwirkungsfrei helfen, die Schmerzen einzudämmen. Wenn es irgendwann auch damit nicht mehr geht, könnte ein Gelenkersatz das Richtige für Sie sein. Eine Operation will immer gut abgewogen sein, ist aber bei fortgeschrittener Erkrankung mit stark eingeschränkter Lebensqualität oft Mittel der Wahl.
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